Pro Life und nicht Pro Ana

Immer häufiger erfahren wir im Rahmen unserer Beratung, dass Jugendliche sich auf den Pro Ana-oder Pro Mia - Internetseiten informieren. Schnell sind sie fasziniert von den Bildern, Empfehlungen und Thesen, die Weltanschauungen verbreiten, die lebensbedrohlich und menschenverachtend sind.

Pro Ana = Für die Magersucht, oder Pro Mia = Für die Bulimia verharmlosen ein Leben mit einer schweren psychogenen Essstörung, die oft tödlich endet. Magersüchtig und bulimisch zu leben ist kein Lebensstil oder eine besonders elitäre Lebensführung. Magersüchtig oder/und bulimisch zu leben bedeutet, sich selbst ständig zu schädigen, seinem Körper die lebensnotwendige Nahrung und Flüssigkeit vorzuenthalten, bedeutet ein Leben auf Sparflamme. Betroffene bestrafen sich und werden abhängig vom Hungern oder Kotzen.

Ein Krankheitsgewinn ist das Gefühl der Kontrolle. Wenn vielleicht sonst im Leben nur noch wenig kontrollierbar ist, den eigenen Körper, die eigenen Bedürfnisse scheinen es zu sein. Aber das ist ein Trugschluss: Wenn Kontrolle flexibel einsetzbar ist, kann das durchaus gut sein, wenn jedoch nur noch Kontrolle herrscht, ist die Kontrolle nicht mehr steuerbar. Magersüchtige können nicht mehr entscheiden, dass sie essen möchten, sie werden sich immer dagegen entscheiden. Und wenn sie mal die Kontrolle verlieren, ist das keine willentliche Entscheidung sondern ein Essanfall, den sie sich sehr verübeln und Schuldgefühle haben.

 

Bei einer Essstörung wie Magersucht, Bulimie oder dem Binge-Eating...

 

... sind die Gedanken auf das Essen oder Nicht-Essen und das Körperbild fixiert;

 

... sind Freunde nur noch lästig, weil die eigenen Gedanken woanders sind, nämlich beim Essen oder Nicht-Essen. Die Lust auf andere Menschen oder Hobbies verschwindet. Die Essstörung steht immer dazwischen;

 

...besteht das Leben irgendwann nur noch aus der Essstörung und sie wird zur besten Freundin, die überall mit einzieht: in die neue Stadt, in die neue Wohnung....

 

.. ist es „normal" sich was vor zu machen: alles im Griff zu haben, nichts und niemanden zu brauchen, gesund zu sein, niemand merkt etwas, es alles allein hinzubekommen...

 

...wird die Essstörung zum Lebensinhalt und wirkt gleichzeitig tödlich: sie tötet Gefühle, Liebe, Selbstfürsorge, Zufriedenheit, Lust, Genuss, Lachen, den Wunsch nach Nähe, Lebendigkeit und manchmal auch das Leben.

 

Deswegen sind wir PRO LIFE, wir sind für ein Leben ohne Essstörung aber mit Gefühlen aller Art, mit Freude und Genuss, mit Beziehungen zu anderen Menschen, mit Erfüllung im Berufsleben, mit körperlicher und seelischer Gesundheit und einer gehörigen Portion Selbstfürsorge.

lnternetlinks, die wir empfehlen können: www.anad.de, www.bzga.de , www.hungrig-online.de, www.bundesfachverbandessstoerungen.de

Informieren Sie sich dort und distanzieren Sie sich von sektenartigen, menschenverachtenden Internetforen. Siehe dazu auch die Broschüre „Gegen Verherrlichung von Essstörungen im Internet" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.