Unsere Geschichte - Ein Rückblick


bei Dick & Dünn, 1990


1984

Herbst 1984 - Agnes Runde und Sylvia Baeck entwickeln die Idee, Frauen mit Ess-Störungen zu unterstützen.

10. Dezember 1984: Erste Ankündigung in der Berliner Abendschau für einen Infoabend in den Räumen von SEKIS (Selbsthilfekontaktstelle) in der Albrecht-Achilles-Straße in Berlin Wilmersdorf

1985

Wir treffen uns im Januar mit Frau Rosemeier und Frau Ihnen und beginnen Gespräche mit betroffenen Frauen und Männern. Wir nehmen Kontakt auf zu Kliniken, Behörden und Krankenkassen.

1986

Wir arbeiten ehrenamtlich, Frau Vogel und Frau Eilers-Helmich kommen dazu. Wir sind jetzt sechs Frauen. Eine Unterrichtseinheit wird konzipiert, Angehörige werden beraten, Kontakte mit schulpsychologischen Diensten werden geknüpft. Die Klinik am Korso, Bad Oeynhausen, gehört zu unseren ersten Klinikkontakten bundesweit.

1987

Eintragung in das Vereinsregister und Anerkennung der Gemeinnützigkeit, eigene Räume in der Innsbrucker Straße 42 und zwei halbe Stellen. Wir starten mit der ersten Angehörigengruppe.

1988

Wir pofilieren uns als Beratungseinrichtung, halten Vorträge auch außerhalb Berlins.

1989

Wir haben erste Kontakte mit dem Grips Theater und die Idee zu einem Theaterstück, die wir dann auch realisieren: „Kloß im Hals" wird in das Programm des Grips Theaters aufgenommen. Noch vor dem Mauerfall gibt es einen schriftlichen Kontakt zu Frau Prof. Dr. Ehle/Charite Schumannstraße. Wir laden die Kolleginnen ein, kurz nach Maueröffnung besuchen sie uns, wir planen eine Tagung.

1990

Erste Schülerinnengruppe und erste Männergruppe. Präventionsarbeit an Schulen wird verstärkt. Die Arbeitstagung zusammen mit der Charite wird in der Schumannstraße durchgeführt und stößt auf großes Interesse. Unsere Kollegin Frau Ihnen erstellt und veröffentlicht eine Broschüre „Erfahrungen essgestörter Frauen in Selbsthilfegruppen - wenn ich erst richtig schlank bin....".

1991

Extra Beratungsangebote für Angehörige und Männer werden eingeführt. Wir drehen mit dem NDR den Film „Nora", das Portrait einer betroffenen Frau und unserer Gruppenarbeit. Aktive Mitarbeit beim BZgA Projekt „Gut Drauf". Im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung führen wir Vorträge in Dresden, Schwerin und Erfurt durch und erstellen Broschüren. Wir werden Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband.

1992

Offizielle Anerkennung als Beratungszentrum bei Ess-Störungen DICK & DÜNN e.V. durch die Berliner Senatsverwaltung. Einrichtung eines zusätzlichen Büros in Pankow, Umzug in die Innsbrucker Straße 25, erste gemischtgeschlechtliche Gruppen. Gründung des Bundesfachverbandes Ess-Störungen, wir sind dabei. Vortrag in Innsbruck, die erste Tagung dort zum Thema Ess-Störungen. Broschüren für die BZgA werden erstellt.

1993

Dick & Dünn Hannover und Nürnberg starten mit unserer Hilfe. Mitgründung EUROBESITAS, eine europäische Organisation, die sich mit Übergewicht und Ess-Störungen beschäftigt. Die ersten Moderatorinnen werden von uns ausgebildet.

1994

Wir beginnen mit regelmäßiger Supervision. Die Tagung „Ess-Störungen, ein deutsch-deutsches Thema" mit 120 Teilnehmerinnen wird von uns veranstaltet. Frau Gumpert übernimmt unser Sekretariat.

1995

Arbeitstreffen im Theodor-Wenzel-Werk zum Thema Vernetzung. Wir feiern unser 10-jähriges. Es entstehen Kontakte nach Südtirol und Österreich. Wir erarbeiten ein Konzept für ein Therapiezentrum, das leider nicht verwirklicht werder konnte.

1996

Wir erstellen ein Verzeichnis „Hilfsangebote für Menschen mit Ess-Störungen in Berlin und Umgebung". Es entstehen erste Kontakte zur Fontane-Klinik.

1997

Wir starten mit einer Gruppe für übergewichtige Kinder und deren Eltern. Aus personellen Gründen müssen wir das Büro in Pankow schließen. Einführung einer monatlichen Sprechstunde für männliche Jugendliche. Im Rahmen der Mitarbeit bei EUROBESITAS führen wir eine Parallelveranstaltung in neun europäischen Ländern mit Satellitenübertragung durch „Tag des Übergewichts". Wir sind bei der Gründung der Arbeitsgruppe Adipositas im Kindes- und Jugendalter im Rahmen der Deutschen Adipositas Gesellschaft dabei.

1998

Finanzierung für unsere Sekretärin wird gestrichen. Wir beschließen daraufhin, für einige unserer Leistungen einer Beitrag zu verlangen und damit das Gehalt für unsere Sekretärin zu erwirtschaften.

1999

Claudia Stein-Caßens unterstützt uns mit einem Ernährungsberatungsangebot. Frau Martina Hartmann ergänzt unser Team über eine SAM-Stelle.

2000

Das Computerzeitalter hat uns erreicht, wir richten eine eigene Homepage und E-Mail-Adresse ein. Wir treten in die Qualitätsgemeinschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes-Landesverband Berlin e.V. ein und verstärken unsere Vernetzungsarbeit. Elternratgeber und Moderatorinnenhandbuch (Text. S. Baeck) werden veröffentlicht.

2001

Gemeinsam führen wir eine Fachtagung mit der Fontane-Klinik durch „Notwendigkeiten und Probleme der interdisziplinären Kooperation in Diagnostik und Therapie". Teamberatungen für Kolleginnen in Innsbruck und Südtirol.

2002

Wir renovieren unsere Räume in der Innsbrucker Straße 25. Aktion Qualitätssicherung bis Ende 2003 mit der Universität Göttingen. Frau Hartmanns Stelle läuft aus, sie bleibt uns vorerst ehrenamtlich erhalten.

2003

Wir freuen uns über ein neues Gruppenangebot: Arbeit mit kunsttherapeutischen Elementen, das zusammen mit einer Kollegin mit einer kunsttherapeutischen Ausbildung betreut wird. Eine zweite Fachtagung zusammen mit der Fontane-Klinik findet statt.

2004

20 Jahresfeier im Rathaus Schöneberg. 100 Gäste feiern mit uns. Aktion „Primärprävention" mit Gynäkologinnen und Hebammen. Wir erstellen dafür eine Checkliste „Wann bin ich essgestört?". Wir verstärken den Kontakt zu Zahnärzten. Wir nehmen die Arbeit in der Jugendhilfe auf.

2005

Wir ziehen um in die Innsbrucker Straße 37. Erste Gespräche mit dem Träger NHW e.V. zur Konzeptionierung einer Wohngemeinschaft.

2006

Im Februar eröffnen wir die Wohngemeinschaft Bitter & Süß, ein gemeinsames Projekt mit dem NHW e.V.. Teilnahme einer Kollegin als Expertin bei einer Delegationsreise nach China „Jugendadipositas" auf eigene Kosten. Verleihung der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland an unsere Projektleiterin.

2007

Wir erhalten das Paritätische Qualitäts-Testat und sind damit qualitätsgesichert. Einführung der Schülerinneninformation. Wir führen wieder eine Klientlnnenbefragung durch. Frau Rosemeier heiratet und scheidet aus. Frau Hartmann kommt wieder in das Team.

2008

Ein Projekt des Bundesministeriums für Gesundheit wird uns für drei Jahre übergeben „Wenn Essen zum Problem wird...". Eine unserer Klientinnen verstirbt an der Magersucht. Verstärkter Kontakt zu Sozialpsychiatrischen Diensten, Sportstudios und Ärztinnen. Schreiben an die Kassenärztliche Vereinigung und an die Ärztekammer.

2009

Wir feiern unser 25-jähriges Bestehen. Unser Internetauftritt wird aufgefrischt. In Zusammenarbeit mit NAKOS entsteht ein Selbsthilfewegweiser für die Gruppenarbeit. Es findet eine Anhörung im Bundestag zur Versorgungslage für Menschen mit Essstörungen in der BRD statt an der wir teilnehmen.

2010

Die ersten Online-Gruppen entstehen. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit läuft weiterhin.

2011

Abschlußtagung des Projektes "Wenn Essen zum Problem wird.." (BMG Projekt). AOK Zusammenarbeit intensiviert sich, u.a. Fortbildung für Kita-Mitarbeiterinnen. Bitter & Süß II eröffnet mit einer Rund-um-die Uhr Betreuung. Frau Kaya kommt ins Team, Frau Vogel nimmt eine Auszeit. Unser Qualitätssiegel wird rezertifiziert.

 

 

2012

Ein neuer Vorstand wird gewählt: Friedrich Dreier und Erdmute Leue kommen für Dr. Almut Gemkow und Heidrun Eilers-Helmich in den Vorstand. Renate Banze unterstützt das Team ein Mal wöchentlich. Wir erhöhen unsere Preise für Beratung und Gruppenarbeit minimal. RTL spendet uns Geld. In der Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" kämpft eine Protagonistin mit Bulimie.

 

2013

Das Jahr des Generationswechsels. Gerda Ihnen (ab Mai) und Sylvia Baeck  (ab November) unterstützen das Team nun im Rahmen eines Minijobs. Martina Hartmann übernimmt ab November die Geschäftsführung. Renate Banze und Angelique Hentschel gehören nun fest zum Team.

Online-Coaching für Eltern und Online-Gruppen für Betroffene werden von uns verstärkt angeboten.

Anfang des Jahres läuft das 2. Projekt des Bundesministeriums für Gesundheit aus. Insgesamt haben wir in beiden Projekten ca. 300 Fachkolleginnen fortgebildet.

2014

Wir veranstalten den Fachtag "Neue Herausforderungen für das Hilfesystem Essstörungen" am 31.01.2014. Ein Fachtag für Fachleute, Betroffene und Angehörige. Es kamen 200 Teilnehmer.

Unsere "gute Seele", Frau Gumpert, unsere Verwaltungsfachkraft geht in Rente.

Das Team besucht die Berliner Kliniken zum Thema Essstörungen und es entsteht ein gegenseitiges Up-Date von wichtigen Informationen übereinander.

Wir gründen ein Intervisionsforum für Fachkräfte.

 

2015

Im Januar/Februar renovieren wir unsere Beratungsstelle komplett. Wir schaffen es trotzdem, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Sowohl Telefon- und E-Mailberatung, offene Beratungsrunden, als auch die angeleiteten Gruppen finden weiterhin statt.

Frau Kaya geht in Mutterschutz, als ihre Vertreterin ergänzt Cecily Schallock das Team. Danijela Farkas wird unsere neue Verwaltungsfachkraft. 

Wir erhalten wieder das Qualitätssiegel des Paritätischen.

Die Body-Image-Gruppe gründet sich und plant erste Aktionen: Interviews von jungen Frauen zum Thema Körperbild und unsere Aktion" No Diet Talk at X-mas" (siehe www.xmas.dont.diet)

 

Dank

Wir bedanken uns besonders herzlich bei allen, die unsere Arbeit im Laufe der vielen Jahre tatkräftig unterstützt haben. Das waren insbesondere:


Bettina Ballauff, Renate Banze, Susanne Baring, Dr. Kathrin Beyer, Josef Bodes, Edda Börner, Britta Dunkel, Heike Drees, Frau Prof. Dr. Ehle, Christel Erben, Stefania Ferraro, Andrea Gehringer, Anja Genz, Frau Dr. Gerlinghoff, Beatrix Grünewald, Ute Gruhn, Björn Gumpert, Evelyn Haack, Wolfgang Hardt, Ontje Helmich, Annette Hempel, Angelique Hentschel, Susanne Hönke, Ellis Huber, Dr. Georg Ernst Jacoby, Manfred Jannicke, Dagmar Janzcyk, Gabriele Jeuck, Alice Klausner, Elke Köhler, Beatrix Korn, Dr. Werner Köpp, Juliane Langguth, Erdmute Leue, Verena Lütge, Petra Mader, Reinhard Mann, Frau Müller-Heck, Dr. Ute Novieku, Waltraud Perkams, Thorsten Reimer, Prof. Rössner/Stockholm, Agnes Runde, Ute Schönherr, Karin Stötzner, Sonja Storch, Gesine Strempel, Sylvia Trumm-Steusloff, Leo Vogel, Nina von Voss, Felicitas Weiglin, Evelyn Wasiek, Renate Wolf, Friedericke Wysocki.